Leitbild

In der Vorbereitung für einen Workshop habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass viele Chöre in der Schweiz ihr Leitbild formuliert haben, dass in Deutschland vor allem Musikschulen ein Leitbild publiziert haben … aber in Österreich? Die Beispiele halten sich in Grenzen …

Schade eigentlich, denn so erschließt sich für den Außenstehenden und wahrscheinlich auch oftmals für das Mitglied bei Erkundungstouren durch das web nur ansatzweise, was den dargestellten Chor einzigartig und interessant macht.

Ein Leitbild ist die Verschriftlichung der obersten Grundwerte und Spielregeln einer Organisation, quasi deren Visitenkarte nach außen, aber auch gegenüber den eigenen Mitgliedern. Es gibt den Rahmen vor, nach dem sich die alltäglichen Handlungen einer Organisation orientieren und beschreibt jenen Idealzustand, nach dem alle Mitglieder der Organisation ihre Aktivitäten richten sollen.

Durch den aufwändigen Prozess der Erarbeitung des Leitbildes mit Mitgliedern der Organisation, externen Stakeholdern und einem Diskussionsprozess innerhalb der Organisation entsteht ein gemeinsames Bild über Sinn und Zweck, Hauptaufgaben sowie die Form der internen Zusammenarbeit bzw. des internen Zusammenlebens im Chor.

Das Leitbild geht weit über Vereinsstatuten hinaus, und es geht tiefer in die Strukturen und das gemeinsame Miteinander hinein.

Die Erarbeitung ist mühsam und langwierig, aber lohnend – sowohl für die Zusammenarbeit innerhalb der eigenen Struktur als auch für die Kommunikationswirkung nach außen!

 

Der Schlüssel zur künstlerischen Freiheit. Oder: Warum Kulturmanagement und Selbstmarketing für Chorleiter ein Muss sind

Der oder die künstlerische LeiterIn eines Chores ist ein relevanter Stakeholder eines Chores. Ganz klar, ohne Dirigent, ohne Leitung tut sich ein Chor schwer, einer Interpretation zu folgen, auf einen runden, ausgewogenen Klang hinzuarbeiten, sich auf ein Programm zu einigen, einen roten Faden für ein Programm herauszuarbeiten, fachlich kompetent und zielgerichtet zu arbeiten. Einverstanden. Das betrifft die rein künstlerische Arbeit.

Aber wie sieht es mit allen anderen Aufgaben aus? ChorleiterInnen stöhnen immer wieder über die viele organisatorische Arbeit, die in der Ausübung ihres Berufes anfällt – lieber würden sie nur oder wenigstens hauptsächlich künstlerisch arbeiten, aber wenigstens die Hälfte bis zu ¾ der Arbeitszeit würde für Chormanagement- und Chororganisationsaufgaben aufgehen.

Müssen nun ChorleiterInnen diese Arbeiten ausführen und daher einen Schritt weiter logisch gedacht auch dafür ausgebildet werden oder sollen sie sich nur auf die künstlerische Arbeit beschränken?

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Diese Frage tauchte jüngst bei einer meiner Buchpräsentationen wieder die Frage auf. Aus meiner Perspektive eindeutig ja! Von der Vorstellung, nur künstlerisch arbeiten zu müssen, sollten sich Chorleiter gleich mal wieder verabschieden: das entbehrt erstens jeder realistischen Grundlage – selbst Topchorleiter müssen sich mit organisatorischen und Fragen des Managements auseinandersetzen. Und zweitens versetzt die aktive Auseinandersetzung mit Kultur- und Selbstmanagement den Künstler von einer passiven Rolle des „Auf sich Zukommen Lassens“ in ein aktives Umgehen mit Ökonomie und Organisation versetzt und gibt ihm damit den Schlüssel zur künstlerischen Freiheit unter den Bedingungen des 21.Jahrhunderts in die Hand. Im übrigen nicht nur den Chorleiter, sondern jeden Künstler.

Diese Ansicht teilt auch Ina Roß, Dozentin für Kulturmanagement und Selbst-Marketing in Berlin, nachzulesen in ihrem Text zum Thema Selbstmarketing als Bestandteil der künstlerischen Ausbildung.

http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=8030%3Aina-ross-kuenstlerbild&catid=101%3Adebatte&Itemid=84

Die Stakeholder eines Chores

Einen Schritt weiter – jetzt werden die Stakeholder des Kulturbetriebs „Chor“ ganz konkret gefasst – um die geht es, um deren Bedürfnisse und Interessen muss sich erfolgreiches Chormanagement drehen.

Da sind zunächst die internen Stakeholder – das sind jene, die ganz nah und unmittelbar an der Erfüllung des kulturellen / künstlerischen Auftrags dran sind und die Chorarbeit im engsten Sinn erfüllen:

Die SängerInnen, die künstlerische Leitung, das meist ehrenamtliche Führungsteam (der Vereinsvorstand, das Präsidium o.Ä.).

Der nächste Kreis der Stakeholder, einen konzentrischen Kreis weiter nach außen gedacht, umfasst jene Gruppen, die an der Erstellung des Produktes auch beteiligt sind oder Konsumenten des Produktes sind:

Ehren- und hauptamtliche MitarbeiterInnen, das Publikum, also die Kunden des Chores, Kooperationspartner (wie Solisten, Dirigenten, Komponisten, Orchester, andere Chöre usw.), Auftraggeber (wie externe Veranstalter, Agenturen o.Ä.), Lieferanten (Post, Telefonanbieter, Botendienste usw. für den administrativen Bereich; Grafiker, Fotografen etc. für die Umsetzung der Corporate Communication, u.Ä.), Verlage (insbesondere Musikverlage – relevant die Frage des Urheberrechts), und sämtliche Geldgeber, seien dies Spender, Sponsoring-Partner oder Subventionsgeber (Zuwendungen seitens der öffentlichen Hand).

Noch einen Schritt weiter nach außen gedacht sind für eine Chor Bund, Länder, Gemeinden (z.B. durch Gesetzgebung, Verordnungen oder Bescheide), Verbände, die Öffentlichkeit und die Gesellschaft für den Chor relevante Stakeholder.

08 Abb Stakeholder eines Chores

Alle diese genannten Gruppen sind unmittelbar oder mittelbar von der Erfüllung des künstlerischen Auftrags (der Chorarbeit, die in einem Auftritt mündet) betroffen, haben unterschiedliche Interessen und unterschiedliche Bedürfnisse, die der Chor kennen und auf die er seine Arbeit ausrichten sollte, um erfolgreich zu sein.

In den folgenden Blogs werde ich nacheinander die Besonderheiten der einzelnen Stakeholdergruppen vertiefen und die sich daraus ergebenden Herausforderungen für die Chorarbeit herausarbeiten.

Buchrezension Nr. 2 – Schwäbischer Chorverband

„Das Umfeld, in dem Chöre agieren, ist im stetigen Wandel. Dabei treten Chöre in Kommunikation, Kooperation und Konkurrenz mit anderen Kultur- und Freizeitanbietern, Interessensvertretern, mit ihrem gesamten Umfeld. Diese Stakeholder nimmt Alexandra Jachim in ihrem kürzlich erschienenen Leitfaden „Erfolgreiches Chormanagement“ in den Blick.“ schreibt Johannes Peffer im Weblog des Schwäbischen Chorverbandes.

Die Rezension verfasst von Johannes Pfeffer ist in voller Länge unter http://www.singen-und-stimme.de/?p=16319 zu lesen!

Buchpräsentation im Rahmen des Musikwirtschafts-Jour Fixe

Am vergangenen Montag (25.4.13) präsentierte ich im Rahmen des Musikwirtschafts-Jour Fixe auf Einladung von ao.Prof. Dr. Peter Tschmuck am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft mein Buch „Erfolgreiches Chormanagement. Ein Leitfaden“ und genoss anschließend eine lebendige und anregende Diskussion mit vielen choraffinen Menschen.

Thanks for coming!

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Last reminder – Buchpräsentation 22.4.2013

Nicht vergessen – morgen, Mo,22.4.2013 präsentiere ich um 19.00 am Institut für Kulturmanagement (Schlagzeugerhaus, 1. Stock) an der Musikuniversität Wien, Anton von Webern Platz 1, 1030 Wien mein Buch „Erfolgreiches Chormanagement. Ein Leitfaden“ im Rahmen des Musikwirtschafts-Jour-Fixe von ao.Prof. Dr. Peter Tschmuck. Anschließend werden wir über aktuelle Herausforderungen der Chorszene diskutieren! Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, zu kommen!

Foto AJ

Ich freue mich auf dich!

Erste Buchrezension online!

Heute ist online die erste Rezension zu meinem Buch „Erfolgreiches Chormanagement. Ein Leitfaden“ erschienen – am Musikwirtschaftsforschungs-Blog von Peter Tschmuck:

“Der Chor ist ein Kulturbetrieb, und sein Wirkungsbereich geht weit über das Singen hinaus” (S. 110). Das ist die Kernbotschaft des jüngst im facultas Verlag erschienen Buches “Erfolgreiches Chormanagement. Ein Leitfaden” von Alexandra Jachim. Die Autorin weiß, wovon sie spricht. Als studierte Betriebswirtin und Absolventin des postgradualen Kulturmanagement-Lehrgangs am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien verbindet sie ihre wirtschaftlichen Kenntnisse mit ihrer Erfahrung im Chorwesen, in dem sie seit über 20 Jahren aktiv als Sängerin und als Chormanagerin aktiv ist. Wie der Untertitel des Buchs bereits andeutet, handelt es sich bei diesem Buch um einen Handlungsleitfaden für alle im Chorwesen Beschäftigten und daran Interessierten. …“

Die gesamte Rezension ist unter

http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2013/04/18/erfolgreiches-chormanagement-eine-buchbesprechung/

zu finden.