Ehrenamt versus Hauptamt – Besonderheiten des Kulturbetriebs als Nonprofit-Organisation (4)

Nonprofit-Kulturbetriebe sind in der überwiegenden Mehrheit von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen getragen. Die Ambivalenz von Sinnorientierung und betriebswirtschaftlicher Effizienz findet ihren konkreten Niederschlag oft entlang der Differenz von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Während hauptamtliche MitarbeiterInnen in Erfüllung ihrer Aufgaben die Organisation, den Kulturbetrieb und dessen Ziele repräsentieren müssen, vertreten ehrenamtliche MitarbeiterInnen mehr die Seite des konkreten Sinns der übernommenen Aufgabe. Sie liefern kleine Puzzlesteine eines großen Mosaiks. Die Sicht auf langfristige Ziele, auf betriebswirtschaftliche Effizienz und die Einbettung der Aufgabe in eine Strategie zur Zielerreichung sind nicht oder nur unzureichend gegeben und werden selten ausdrücklich kommuniziert und vermittelt.

rome, st.peter´s cathedral, cupola (franz jachim)

rome, st.peter´s cathedral, cupola (franz jachim)

Gerade das ist aber für die Qualität des Kulturbetriebs unerlässlich. Denn der Kunde, das Publikum, unterscheidet nicht, ob sich sein Gegenüber hauptamtlich oder ehrenamtlich engagiert, das, was zählt, ist die Qualität der Arbeit und die Kompatibilität mit dem gesamten Produkt.

Eine starke Identifikation mit der Mission und Vision des Kulturbetriebs für ehrenamtliche MitarbeiterInnen zu ermöglichen und zu erreichen ist unerlässlich, ebenso wie viel Aufmerksamkeit und Wertschätzung gegenüber den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Durch eine klare Definition der Inhalte, des Umfangs, der erforderlichen Qualifikation für die Übernahme von Aufgaben durch ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die Etablierung von Qualitätsstandards und die Vermittlung der dahinter liegenden großen inhaltlichen Ziele des Kulturbetriebs helfen, für die bestehenden Aufgaben ehrenamtliche Mitarbeiter zu gewinnen – denn sie wissen dann klarer, was von ihnen erwartet wird und können für sich selbst entscheiden, ob sie imstande sind, den Erwartungen gerecht zu werden.

Klare Ziele, definierte Leistungen, übersichtliche und nachvollziehbare Strukturen für haupt- und ehrenamtlich MitarbeiterInnen sind nicht Gegner, sondern Verbündete für all jene, die Sie sich am Kulturmarkt mit Ihrer künstlerischen Leistung behaupten wollen.

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