Die Kulturmanagerin.

Das bin ich und das mache ich. Aber was eigentlich genau? Kulturmanagerin – ein Begriff, der auf den ersten Blick logisch und eindeutig erscheint: Eine Kulturmanagerin managt Kultur. Also doch nicht logisch und eindeutig – denn eine Tautologie – die Erklärung eines Begriffs mit sich selbst – eignet sich nicht zu seiner Erläuterung.

Daher ein zweiter Blick: Kultur umfasst alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt (im Gegensatz zu der nicht von ihm geschaffenen Natur). Noch zu allgemein, also einen Schritt weiter: Kultur ist die Summe geteilter Werte und Normen, die symbolisch über menschliche Praktiken, Handlungen und Produkte kommuniziert werden (Hasitschka, Werner: Handwörterbuch der Betriebswirtschaft, 6. Auflage 2007, Schäfer-Poeschel-Verlag Stuttgart). Noch zu abstrakt, also weiter: Es geht um Werte und Normen, die von mehreren Menschen geteilt und getragen werden und über bestimmte Praktiken anderen Menschen mitgeteilt werden. Noch immer zu abstrakt? Also: Mehrere Menschen drücken über ihren gemeinsamen Gesang eine Leidenschaft, eine Idee, eine Geisteshaltung aus. Ein Bildhauer drückt in einer Skulptur seine Kritik an einer konkreten Praxis der Gesellschaft aus. Ein Maler fängt ein Ereignis in einem Bild ein und macht es anderen zugänglich. Ein Architekt plant ein Wohnhaus und stellt es wohlüberlegt in den dieses Gebäude umgebenden Kontext und berücksichtigt die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner. Ein Musikfestival will seinen Besuchern die Begeisterung für die dargebotenen Werke, den Inhakt, den Hintergrund, den Kontext näherbringen.

Und ein dritter: Management beinhaltet die Aufgaben Planung, Organisation, Führung, Erfolgskontrolle. Wieder zu abstrakt? Management bedeutet Ziele und Strategien zur Zielerreichung entwickeln, Strukturen für die Zielerreichung schaffen, konkrete Abläufe organisieren, Mitarbeiter in der Umsetzung begleiten und unterstützen und am Ende prüfen, ob und in welchem Ausmaß die gesteckten Ziele tatsächlich erreicht wurden. Wie passt das zusammen? Trockene im wirtschaftlichen Kontext verortete Aufgaben und kreative ausdrucksstarke emotionale Kulturereignisse? Das passt perfekt! Denn was macht die Kultur ohne die Schnittstelle zu ihren Rezipienten, ihrem Publikum, ihren Kunden. Und was macht die Kulturmanagerin ohne ihr Produkt, die künstlerische Leistung?

Die Kulturmanagerin schafft Verbindungen zwischen dem kreativen Schaffen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Sie spricht die Sprache beider Seiten und versteht Ideale und Restriktionen. Sie hilft bei der Realisierung und Umsetzung mit. Sie kennt die Stärken und Schwächen der Kulturschaffenden und ermittelt die Chancen und Risken in der die Kulturschaffenden umgebenden Umwelt. Sie bietet Knowhow und Fachkenntnis in Bereichen an, über die Kulturschaffende nicht zwangsläufig verfügen. Sie entlastet sie in wirtschaftlichen und organisatorischen Belangen und spielt die Künstler für ihre eigentliche Kernaufgabe frei.

Kulturmanagerin – das bin ich.

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